Geschichte

Die Entwicklung des ET420 begann Ende der 60er-Jahre, als für das künftige Münchner S-Bahnnetz ein Fahrzeug benötigt wurde. Bei der Entwicklung sollten die besonderen Bedingungen des Massenverkehrs berücksichtigt werden, so unter anderem ein stufenloser Einsteig, eine hohe Anzahl an Türen, eine ausreichende Beschleunigungs- und Bremsleistung für den kurzen Haltestellenabstand und die steilen Tunnelrampen, eine zentrale Türschliesseinrichtung im Führerraum sowie Mehrtraktionsfähigkeit.

Die kleinste betriebsfähige Einheit (Kurzzug) besteht aus 2 Endwagen (Baureihe 420) und 1 Mittelwagen (Baureihe 421). Diese sind miteinander fest verbunden und können im laufenden Betrieb nicht getrennt werden. Insgesamt können bis zu 3 Einheiten zusammengekuppelt werden und von einem Führerraum aus gesteuert werden. 

Als der ET420 in München ein Erfolg wurde, wurde dessen Einsatz im Laufe der Jahre auch auf die Ballungsgebiete Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Stuttgart ausgeweitet. Die S-Bahnnetze Frankfurt und Stuttgart wären ohne den ET420 in ihrer heutigen Form nicht entstanden. 

Insgesamt 480 Exemplare wurden in den Jahren 1969 bis 1997 gebaut. Somit wurde der ET420 schnell zum Sinnbild für den S-Bahnverkehr. 

Im Rhein-Main-Gebiet endete der Einsatz des ET420 nach 37 Jahren am 3.11.2014. 

Unser „420“ (Endwagen 420 298-2 & 420 798-1; Mittelwagen 421 298-1) war bis zum Schluss in Frankfurt im Einsatz. Er wurde 1978 durch die Waggonfabrik Uerdingen AG in Krefeld gebaut und kam zunächst bis 1990 in Stuttgart zum Einsatz bevor er nach Frankfurt umbeheimatet wurde. Seit dem 20.05.2015 befindet er sich bei uns in Gießen.

 

Stationierungen

1978 - 1990 Plochingen (S-Bahn Stuttgart)
1990 - 2014 Frankfurt/Main (S-Bahn Rhein-Main)

 

Technische Daten:

Gesamtlänge 67,4 m
Dienstmasse 129 t
Gesamtleistung 2400 kW
Sitzplätze (1. Kl / 2. Kl) 17 / 175
Anfahrzugkraft 180 kN
Elektrische Bremskraft 150 kN
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Beschaffungskosten (1978) ca. 4 Mio. DM